Auf der dritten Etappe des Rothaus Bike Giro Hochschwarzwald holte Maximilian Brandl seinen zweiten Tagessieg bei den Elite Herren während Leonie Daubermann bei den Damen ihren ersten Etappenerfolg bejubeln durfte.

Eine deutliche Abkühlung bei den äußeren Temperaturen sowie ein bunter Sonne-Regen-Mix sorgten für Mountainbiking pur auf der 74,9 Kilometern langen dritten Etappe rund um die Rothaus Brauerei in Grafenhausen. Ebenso bunt und launisch wie das Wetter war auch der heutige Etappenverlauf bei den Elite Herren.

Zu Beginn schien die Etappe ein Spiegelbild des Vortages zu sein. Die identische 7-köpfige Gruppe mit allen Favoriten hatte sich wieder auf und davon gemacht und war bei der zweiten Verpflegungszone nach 42.6 Kilometern dem übrigen Fahrerfeld bereits um eine halbe Minute enteilt. Danach sollte das Rennen um den Tagessieg und die Gesamtführung erst richtig starten. Ständige Attacken und Tempoverschärfungen sowie der Defektteufel mit Plattfuß bei Julian Schelb und Georg Egger sorgten für zusätzliche Verwirbelungen des Rennverlaufs. Zudem nahm Luca Schwarzbauer, der zu diesem Zeitpunkt bereits einen Rückstand zur Spitze hatte, unwissentlich eine falsche Abzweigung und wie sich später rausstellen sollte eine Abkürzung. Schwarzbauer wurde zunächst als Tagessieger gefeiert, aber nachträglich mit fünf Minuten Zeitstrafe belegt und damit auf den fünften Tagesrang versetzt.

Nach all diesen Turbulenzen blieb Richtung Rennende eine dreiköpfige Spitzengruppe mit Maximilian Brandl (Lexware Mountainbike Team), dem Schweizer Marc Stutzmann (Texpa Simplon) und Vinz Dorn (Team Centurion VAUDE) übrig, da auch der bisherige Gesamtführende David List (Lexware Mountainbike Team) dem hohen Tempo Tribut zollen musste. In den letzten beiden Wellen kurz vor dem Ziel sorgte Brandl für eine finale Tempo-Verschärfung, in Folge derer zunächst Dorn und später auch Stutzmann abreißen ließen. So hatte Brandl im Ziel doppelten Grund zum Jubeln: sein zweiter Etappensieg in 2:53:56 Minuten Fahrzeit und die Übernahme des Leadertrikots von seinem Teamkollegen List, der auf den vierten Rang der Gesamtwertung zurück fiel. Den zweiten Tagesrang sicherte sich Stutzmann mit 27 Sekunden Rückstand, dahinter folgte Dorn mit 1:20 Minuten Rückstand auf Brandl.

Es bleibt also spannend in der Gesamtwertung vor der entscheidenden vierten und letzten Etappe. Sowohl Stutzmann mit einer Hypothek von 30 Sekunden als auch Dorn mit exakt zwei Minuten Rückstand dürfen sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Gesamtsieg beim diesjährigen Rothaus Bike Giro Hochschwarzwald.

Bei den Damen lief die Etappe deutlich ruhiger ab als bei den männlichen Kollegen. Erneut waren Leonie Daubermann (Deutsche Nationalmannschaft) und Adelheid Morath (KS Trek Ginger Juice Team) die beiden dominierenden Bikerinnen im Elitefeld und setzten sich wieder frühzeitig ab. Dieses Mal konnte Daubermann im Gegensatz zum Vortag jedoch mehr als Paroli bieten und siegte am Ende im Zielsprint mit fünf Sekunden Vorsprung vor Morath. Den dritten Tagesplatz holte sich erneut die Italierin Chiara Burato mit einem Rückstand von 3:46 Minuten auf die Tagessiegerin Daubermann. In der Gesamtwertung blieb damit rangmäßig alles beim Alten: Morath führt vor dem letzten Tagesabschnitt mit 2:46 Minuten vor Daubermann und 8:43 Minuten vor Burato.

Auf der vierten und letzten Etappe stehen nochmals 66.1 Kilometer und 1390 Höhenmeter auf dem Programm und es stehen spannende Entscheidungen mit Start und Ziel in der Badischen Staatsbrauerei Rothaus an.

Alle Ergebnisse und Bilder unter https://rothaus-bike-giro.de/live-2020/

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